Veranstaltung
Prozess gegen ELA
Prozess gegen 17.November
Haftbedingungen
Solidarität Staat&Repression
Presse
Erklärungen
Fotos und Plakate
Hintergrund
Aktuelles
Europäisches Sozialforum in Athen 2006
MAIL
|
Straflos morden
Von Claus Dümde
Da haben wir aber Glück gehabt: Es hätte für uns alle teuer werden
können. Auch 62 Jahre nach dem Ende des Nazi-Reichs sind die im
Namen der Deutschen von Deutschen verübten Verbrechen auch materiell
längst nicht gesühnt. Auf viele Milliarden Euro werden berechtigte
Forderungen Überlebender und Hinterbliebener geschätzt, bei denen
Deutschland und Deutsche oft nicht mal mit Worten versucht haben,
Schuld abzutragen.
Nun aber der Freispruch aus Luxemburg: Deutschland darf in keinem
EU-Staat wegen all der Morde, die SS-Männer und Wehrmachtssoldaten
auf Befehl begangen haben, auf Schadenersatz verklagt werden. So
hat der Europäische Gerichtshof im Fall des Massakers von Kalavrita
entschieden. Dass die griechische Kleinstadt am 13. Dezember 1943
als „Vergeltung“ für Aktionen von Partisanen niedergebrannt, dass
alle männlichen Einwohner ab 13 Jahren erschossen wurden, spielte
für die Entscheidung der Richter keine Rolle. „Operationen von Streitkräften“
seien „typischer Ausdruck staatlicher Souveränität“, urteilten sie.
Selbst wenn dabei Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen werden.
Ein schlimmes Urteil. Es schafft keinen (Rechts-)Frieden. Im Gegenteil.
Denn Morden von Staats wegen bleibt damit innerhalb der EU faktisch
straflos. Auch das 1999 auf dem Balkan, heute in Irak und Afghanistan,
und morgen wer weiß wo. Niemand sollte sich da wundern, wenn Politiker
und Militärs aufs Völkerrecht pfeifen.
|